Vilshofen. Jeder Mensch könne in die Situation kommen, dass er für einige Zeit oder auch dauerhaft auf Pflege angewiesen sei, sagte BRK-Kreisvorsitzender Walter Taubeneder. Zur Absicherung dieses Risikos habe 1995 der Gesetzgeber die soziale Pflegeversicherung als eigenständigen Zweig in die Sozialversicherung eingeführt, ergänzte er. Wie BRK-Kreisgeschäftsführer Michael Wenig mitteilte, gebe es diese Einrichtung in Vilshofen bereits seit 1986 und somit seit 40 Jahren. Es sei die erste Einrichtung des Roten Kreuzes dieser Art im Landkreis Passau gewesen.
Zu einer Gesprächsrunde mit der Vorstellung der Ambulanten Sozialen Dienste trafen sich BRK-Kreisvorsitzender Walter Taubeneder. BRK-Kreisgeschäftsführer Michael Wenig, Stationsleiterin Sabine Höppler, die Pflegedienstleiterin im BRK-Kreisverband Stefanie Lechner und die stellvertretende Stationsleiterin Stefanie Maier mit Bürgermeister Florian Gams.
Viele der Kunden sehen den häuslichen Pflegedienst nicht nur als eine notwendige Dienstleistung für ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden, sondern den persönlichen Kontakt mit unseren Mitarbeitern als eine willkommene Abwechslung, sagte Sabine Höppler. Der ambulante Pflegedienst unterstützt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bei der Pflege zu Hause. Er bietet Familien Unterstützung und Hilfe im Alltag, damit pflegende Angehörige Beruf, Pflege und Betreuung besser organisieren können.
Welche Tätigkeiten werden vom ambulanten Pflegedienst übernommen, wollte Bürgermeister Florian Gams wissen. Die ambulante Pflege sei ein Oberbegriff für eine Vielzahl an unterschiedlichen Leistungen, die individuell auf die Bedürfnisse der zu pflegenden Person abgestellt werden, sagte Stefanie Lechner. Grundlage hierfür sei immer ein ausführliches Beratungsgespräch. Die zu betreuenden Personen werden in jeder Lebenslage unterstützt — ob bei einer Behandlungspflege (Verbände, Spritzen, Medikamente etc.), bei grundpflegerischen Tätigkeiten oder bei Tätigkeiten im Haushalt wie Einkaufen gehen, Fensterputzen, Wischen, ergänzten Stationsleiterin Sabine Höppler und deren Stellvertreterin Stefanie Maier. „Wir helfen unseren Kunden also bei allem, was sie selbst nicht mehr oder nur noch schlecht schaffen."
Zusammen mit der Sozialservice-Gesellschaft und der Schwesternschaft vom Roten Kreuz ist das BRK Träger von über 120 Pflegediensten in Bayern. Mit über 2200 hauptamtlichen Mitarbeitern sei das Rote Kreuz einer der führenden Anbieter für Ambulante Pflege in Bayern, erklärte BRK-Kreisgeschäftsführer Michael Wenig. So werden täglich circa 23 000 Menschen durch die BRK-Pflegedienste betreut. Ziel der ambulanten Pflege sei es, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in der häuslichen Umgebung bleiben können.
Wie Pflegedienstleiterin Stefanie Lechner berichtete, werden im Bereich des BRK-Kreisverbandes Passau 1585 Menschen von 193 Mitarbeitern betreut und versorgt. Das Einsatzgebiet der BRK-Sozialstation Vilshofen erstreckt sich auf die Stadt Vilshofen sowie die angrenzenden Gemeinden. Dazu sind 36 Mitarbeiter tätig, die insgesamt 395 Personen versorgen. Damit all diese Wegstrecken und Leistungen erbracht werden können, stehen in der Sozialstation Vilshofen 22 Dienstfahrzeuge zur Verfügung. Im vergangenen Jahr wurden damit rund 250 000 Kilometer gefahren.
Die stellvertretende Stationsleiterin Stefanie Maier informierte über die Ausbildung in den Pflegeberufen. Dafür gebe es in den jeweiligen Sozialstationen auch ausgebildete Praxisanleiter, die im Rahmen der generalistischen Pflegeausbildung unterweisen bzw. schulen. “Wenn eine Person Hilfe benötigt und sich bei euch meldet — wie geht es dann weiter?”, wollte Bürgermeister Florian Gams wissen. Der nächste Schritt sei, dass die Person telefonisch beraten oder zu Hause besucht werde, so Sabine Höppler. Dabei werde über die Unterstützungsangebote und über die Leistungen der Pflegeversicherung informiert. Eventuell gehe man auch auf eine Wohnraumanpassung ein und weise auf Pflegehilfsmittel hin.
Im Gespräch mit Bürgermeister Gams ging es auch noch um die medizinische Behandlungspflege, den Ambulanten Pflegedienst des BRK und weitere Angebote und Hilfen für Angehörige. BRK Kreis-geschäftsführer Michael Wenig wies zudem auf die BRK-Tagespflege und auch den Hausnotruf hin.
Die Ambulante Pflege stelle für viele der älteren Bürger eine wertvolle Arbeit dar, die es ihnen eben auch ermöglicht, dass sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können, sagte der Vilshofener Bürgermeister. Damit würden auch die bisherigen sozialen Kontakte aufrecht erhalten bleiben, fügte er an. Abschließend sagte Bürgermeister Gams, dass er froh darüber sei, dass das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Passau diese Einrichtung in Vilshofen unterhalte. Für viele hilfsbedürftige Personen stelle der BRK-Sozialdienst eine Notwendigkeit dar, betonte er.
